Tödlicher Leichtsinn am Innkanal Teilen
09.07.2010 - Autor: Alexander Fendt
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Landkreis Mühldorf -Das schöne Wetter der letzten Tage lockt viele Menschen an die Seen und Flüsse im Landkreis. Einige davon suchen Erholung am Innkanal – ein Leichtsinn, der tödlich enden kann. Vor allem in den letzten Tagen wurden in Mühldorf des Öfteren Personen beobachtet, wie sie auf der „Berme“, dem Betonabsatz direkt am Wasser, entlang gehen oder sich dort sonnen. Die Wasserwacht Mühldorf betreibt hier Prävention, indem diese Personen direkt angesprochen und auf die Gefahr hingewiesen werden. Schon das Betreten der Kanalanlagen, wozu auch die Berme gehört, ist seitens des Betreibers des Innkanals verboten – überall weisen Schilder darauf hin. In diesem Zusammenhang warnen die Wasserwachten im Landkreis Mühldorf erneut, die Kanalanlagen nicht zu betreten. Schnell erschrickt man, stolpert oder rutscht aus und fällt ins eiskalte Wasser des Innkanals. Ein winziger Moment der Unachtsamkeit kann also tödliche Folgen haben. Der Kanal ist gefährlicher als andere Gewässer: Die betonierten Kanalwände bieten kaum Möglichkeiten zum Festhalten. Außerdem ist das Wasser des Innkanals das ganze Jahr über extrem kalt – im Winter wegen der Außentemperaturen, im Sommer aufgrund des Schmelzwassers, das der Inn aus den Bergen mit sich führt. "Ein Mensch, der dort hineinfällt, verliert schnell an Energie, kühlt aus und hat dann kaum mehr eine Chance, sich selbst zu retten", betont Maximilian Kammermeier, Einsatzleiter Wasserrettungsdienst im Landkreis Mühldorf. Hinzu komme die Fließgeschwindigkeit: Mit bis zu vier Metern pro Sekunde ist diese extrem hoch. Und wenn doch etwas passiert? Dann zählt jede Sekunde, das Wichtigste ist der Notruf: Seit kurzer Zeit ist die kostenlose und auch vom Handy vorwahlfreie Notrufnummer 112 aktiv. Wichtig ist hier vor allem die Angabe des Unglücksortes, etwa „zwischen Brücke A und B" oder Flusskilometer (entsprechende Angaben sind auf weißen Tafeln zu finden). "Gehen sie als Ersthelfer niemals selbst ins Wasser, denn der Innkanal ist selbst für geübte Schwimmer voller Unterströmungen und Tücken und damit lebensgefährlich", appelliert Maximilian Kammermeier. |
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